Kulturelles in Kürze 5/25

Kulturelles in Kürze — Künstlerische Intelligenz; Es herrscht Krieg; Filme von allen, für alle

17. November 2025

Künstlerische Intelligenz

Das «Murtenpanorama» ist ein Ölgemälde aus dem Jahr 1894, geschaffen von Louis Braun und 40 weiteren Künstler*innen. Es zeigt die Schlacht bei Murten mit beeindruckenden Massen von zehn mal hundert Metern. Doch das Werk befindet sich heute in einem Depot der Schweizer Armee und ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Seine Replika kann man hingegen in der Ausstellung «Museum of the Future» sehen. Dank 27’000 Bildaufnahmen lässt sich auf einer Leinwand heranzoomen und selbst kleinste Details genauestens betrachten. Es ist eines von 17 Experimenten, das zeigt, wie mithilfe von künstlicher Intelligenz bisher unzugängliche Objekte zugänglich gemacht werden können. Die Ausstellung ist bis zum 1. Februar 2026 im Museum für Gestaltung in Zürich zu sehen. (mas) 

 

Es herrscht Krieg

Ein Krieg in der Schweiz. Ausgerechnet dafür kehrt die umstrittene Primadonna Anna Netrebko ins Zürcher Opernhaus zurück. In einer Neuinszenierung von Verdis «La Forza del Destino» wird man mit Breaking-News-Banner, Landkarten und Drohnenangriffen auf Zürich in eine uns sonst nur aus Nachrichten bekannte Realität versetzt. Im Zentrum steht eine Frau auf der Flucht, die in der Schweiz Schutz sucht und hier in Isolation gerät. Eine Geschichte, die uns an unsere Gegenwart erinnert. Als 2022 der Krieg in der Ukraine ausbrach, erschien die Fassade des Opernhauses in Gelb und Blau und monatelang wurden Ukrainische Flaggen aus Solidarität gehisst. Netrebko wurde aufgrund ihrer fehlenden Distanzierung von Putin ausgeschlossen. Doch nun ist sie wieder da. Manche würden sagen, die Kunst hätte gesiegt und füllt den Saal wieder mit gewaltiger Stimme. Die Ukraineflagge liegt zusammengefaltet im Kostümarchiv. (deb)

 

Filme von allen, für alle

Eine nachhaltige und gerechte Welt sei möglich. Das ist der Grundgedanke des «Films for Future», das Filmfestival in Zürich, das seit über zehn Jahren Menschen mit Visionen zusammenbringen will. Auch diesen November ist es wieder soweit: Bis Ende Monat werden an verschiedenen Standorten 90 sorgfältig kuratierte Filme gezeigt. Das Programm ist umfassend. Ob auf Land, im Wasser, in der Luft oder innerhalb den eigenen vier Wände: Überall lässt sich eine bessere Welt schaffen. Unter dem Motto «Sehen – Verstehen – Tun» soll ein Raum für und mit allen geschaffen werden. Für Personen mit N-, F- oder S-Aufenthaltsstatus ist die Veranstaltung kostenlos. (deb)