Zürcher Studierendenzeitung

Von der Elbe an die Limmat

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Morgens aufgewacht und das Fenster aufgemacht. Der Herbst ist da und stimmt mich traurig. Es war mein erster Sommer in Zürich und als Hamburger Hafenkind war das etwas ganz Besonderes. Statt ewig grimmig grauer Wolkenfront entlang der Elbe ein Meer von Blau am Horizont. Statt kühler Schauer Sonnenschein von früh bis spät. Statt Sehnsucht nach Strand war der Züri-Sommer ein unbeschwerter Urlaub für die Seele. Jeden Tag in die Limmat springen, mit Freunden feuchtfröhliche Momente am Letten erleben und staunend in die lila Wolken schauen, während die Sonne hinter dem Uetli verschwindet. Ich bin erfüllt von Glück.

Während ich auf die ernüchternde Wettervorhersage der nächsten Tage schaue, erhalte ich eine Nachricht: «Hey Alex, um zwei am See?» Ich erwache aus meinen Tagträumen und antworte schnell: «Ja, ein letztes Mal Sonne tanken!» Auf dem Rad zischt der Wind laut um die Ohren, ich schlängle mich gekonnt durch flanierende Menschenmassen, bis ich endlich das Blau erreiche. Überhitzt renne ich über den Steg und tauche ein letztes Mal unter. Ade, bis nächstes Jahr.