Zürcher Studierendenzeitung

Verschränkt

Kolumne

Eine Nacht in Los Angeles. Max startet seine Taxischicht und aus einer 4-Millionen-Menschenmasse landet ausgerechnet der weisshaarige Killer Vincent in seinem Wagen. Über dessen Beruf erfährt Max nur, weil gleich etwas schiefläuft: Beim ersten Stopp steigt Vincent aus und erledigt einen Auftrag. Dabei fällt sein Opfer aus dem Fenster auf die Taxihaube. Von da an sind die Leben von Fahrer und Killer unabwindbar verschränkt. Beide hatten keine einfache Kindheit – und gehen ganz verschieden damit um. Vincent stellt Max’ Willenskraft auf die Probe, Max zeigt Vincent, was der Glaube an das Gute bedeutet. Sie trafen sich im Zufall. Und prägen einander für immer. Soweit die Ausgangslage von «Collateral» mit Jamie Foxx und Tom Cruise.

Wir alle stellen uns manchmal die Frage, warum wir an diesem Ort geboren sind und nicht an jenem. Warum unsere Eltern so sind, wie sie sind. Wieso nicht wir den grossen Erfolg haben, sondern andere. Können wir unser Schicksal in die Hand nehmen und ein «gutes» Leben führen? Oder wurden unser Glück und Pech im Himmelsspiel schon erwürfelt?

«Es ist mir egal, es gibt für nichts einen guten oder schlechten Grund», sagt Vincent zu Max. «Es gibt Millionen von Galaxien und mittendrin einen kleinen Fleck. Das sind wir.» Er findet sein Ende erschossen in einem U-Bahn-Abteil, als Fremder in der Millionenstadt. Vorher hat er Max noch dazu gebracht, sein Glück mit einer Frau zu versuchen. Max spaziert mit ihr in ein neues Leben. Dann der Abspann.