Zürcher Studierendenzeitung

Kleine Location, gewaltige Stimmung

Kulturspalte

Es gibt Stimmen, auf die man zufällig stösst und die dennoch altbekannt klingen. Musikalisch ist Torres eine Mischung aus Nirvana, Bowie, Marina & The Diamonds und Wolf Alice, und definiert zugleich eine Musikrichtung für sich: Mit einer gitarrelastigen Mischung aus Indie- und Melancholic Rock trat Torres, mit echtem Namen Mackenzie Ruth Scott genannt, in der Roten Fabrik in Wollishofen auf. In Amerika geboren, spielte sie vor sieben Jahren das letzte Mal in Zürich und ist nun mit einem neuen Album namens «Thirstier» zurückgekehrt. 

Zuerst begeisterte die Vorband Hilke aus Baden das Publikum mit einer Variation aus atmosphärischer Musik, die an Psytrance erinnert und zu einer szenischen Genussreise einlädt. Um 21.45 Uhr ist es dann so weit: Torres betritt mit ihrer Band die Bühne. Neben Drummerin Rosie Slater und der auch stimmlich starken Keyboarderin Erin Manning befindet sich der gut gelaunte Gitarrist John Bohannon auf der Bühne, der nicht nur mit der Auswahl an Instrumenten, sondern auch mit einer Lap Steel Gitarre beeindruckt. Dass kein Bass vorhanden ist, stört nicht. Das fehlende Instrument wird einfach von den Keys übernommen. 

Die Band tritt in Sportkleidung auf und strahlt Gelassenheit aus. Die Chemie zwischen den Bandmitgliedern stimmt und überträgt sich auf das Publikum, welches immer stärker mittanzt. Neben dominanten Gitarrenklängen findet sich ebenfalls eine Variation an feinen, nahezu melancholischen Melodien im Repertoire der Band. Die Gitarren der Sängerin und des Gitarristen wechseln einander oft mit rockigen Rhythmen und Soli ab. Torres spielt neben neuen auch ältere Lieder: Langjährige Fans kommen also auf ihre Kosten, und wer Torres noch nicht kannte, bekommt einen guten Einblick in ihr Songrepertoire. 

Mit dem Fortschreiten des Abends verliert sich Torres zunehmend in ihrer Musik und zieht die Zuschauer*innen sowohl mit ihrer kraftvollen Stimme, als auch mit ihren persönlichen Anekdoten und ihrer Spielfreude in den Bann. Auch bei der Zugabe, welche vom Publikum sehnlichst erwartet wird, glänzt die Band durch Authentizität, als Torres, nur von Bohannon begleitet, mit einem ruhigeren Stück das Ende des Abends einleitet. Trotz der eher kleinen Location sorgen Torres und ihre Band für gewaltige Stimmung und Freude im Publikum und bescheren einen nachhallenden Abend.